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Forum Flughafen – Mobilität um jeden Preis?

Themenbereich Themenbereich 3: In Freiheit bestehen

Kein Ausbau des Rhein-Main-Flughafens in Frankfurt am Main

Resolution
Adressat: Synode der Ev. Kirche in Hessen und Nassau, Landesregierung des Landes Hessen, Magistrat der Stadt Frankfurt am Main, Fraport AG

Wir wenden uns gegen einen Ausbau des Rhein-Main-Flughafens über die jetzigen Grenzen hinaus. Die absehbaren Schäden wiegen schwerer als der erhoffte Gewinn. "Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, damit du das Leben erwählst und am Leben bleibst, du und deine Nachkommen." (5. Mose 30,19)

  1. Die Diskussion um den Ausbau des Frankfurter Flughafens verengt sich zunehmend auf die Frage eines möglichen Nachtflugverbotes. Das finden wir falsch.
  2. Die Befürworter begründen die Erweiterung des Flughafens mit der steigenden Nachfrage nach Flügen. Sie weisen darauf hin, dass damit auch viele Arbeitsplätze gesschaffen würden, während der Verzicht auf den Ausbau einen Bedeutungsverlust des Flughafens und damit den Verlust vieler Arbeitsplätze nach sich ziehen würde. Wir nehmen diesen Hinweis ernst. Zugleich geben wir die Hoffnung nicht auf, dass es mit Gottes Hilfe gelingen kann, die fatale Regel zu durchbrechen, nach der die einzige Alternative zu wucherndem Wachstum der Verlust ist.
  3. Schon jetzt leiden Menschen mancherorts an schwer erträglichem Lärm und Abgasen. Eine Erweiterung des Flughafens wird die Zahl der dem Lärm und den Abgasen Ausgesetzten erhöhen. Damit verbunden ist der Wohnwertverlust von Grundstücken. Die Gefahr, ganze Stadtteile unbewohnbar zu machen, wiegt schwerer als der Verlust von Arbeitsplätzen. Deshalb votieren wir für den Verzicht auf die Flughafenerweiterung. Die Verheißung des Segens Gottes gilt auch für die technische und wirtschaftliche Kreativität der Menschen. Diese darf aber keinen dauerhaften Schaden an Mensch und Natur anrichten. Gott steht auf Seiten der Opfer.
  4. Die Entwicklung des Frankfurter Flughafens darf sich nicht nur auf marktwirtschaftliche Erkenntnisse stützen. Vielmehr sind die Erkenntnisse der Klimaforschung und besonders der Medizin gleich zu gewichten. Vorzeichen irreparabler Beschädigung der Erde, wie Klimakatastrophen und das Schmelzen der Polkappen, dürfen nicht außer Acht gelassen werden.
  5. Die Politik ist aufgerufen, die Rahmenbedingungen so zu ändern, dass ein Ausbau des Flughafens nicht nötig wird. Am Ausbau und an der Nutzung umweltverträglicher Transportsysteme muss verstärkt gearbeitet werden. Die vorhandenen Ressourcen müssen intelligenter genutzt werden. Vorstellbar ist dies z.B. über die europaweite Besteuerung von Kerosin.
  6. Christinnen und Christen rufen wir dazu auf, über ihren Lebensstil nachzudenken. Der individuelle Verzicht auf überflüssige Flüge sowie auf den Konsum eingeflogener Waren ist ein wichtiger Beitrag. Jesus sagt: "Ihr seid das Salz der Erde." (Matthäus 5,15)

Anwesende: ca. 520 Personen
Die Resolution wurde mit einer klar erkennbaren Mehrheit angenommen.

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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 15. Juni 2001.