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Merkel zur Gentechnik: Grenze des Heilens ist der Eingriff in das Leben anderer

CDU-Vorsitzende ist sich bei Präimplantationsdiagnostik noch nicht im Klaren

CDU-Vorsitzende Angela Merkel hat am Samstag auf dem Kirchentag in Frankfurt gemahnt, Christen müssten einen Gestaltungsauftrag annehmen. Doch das Leben gestalten, könne nur, wer klar seine Grenzen kenne, mahnte Angela Merkel im Rahmen einer Bibelarbeit. Sie betonte, wie wichtig es sei, Beginn und Ende des Lebens klar zu bestimmen. Der Gesetzgeber habe den Beginn klar bestimmt. Einen kleinen Spielraum gebe es bei der gesetzlichen Bestimmung, mit der das Ende des Lebens definiert werde, sagte sie in Halle 7 des Messegeländes, die bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Mit der Gentechnik werde die Gesellschaft an Grenzsituation stoßen. Schon die mögliche Einführung der Präimplatationsdiagnostik (PID) könne einen Dammbruch auslösen. Sie sei sich darüber selbst noch nicht im Klaren. Schließlich sei damit zu rechnen, dass die dann mögliche Selektion auch in Fällen verwendet wird, in denen es nicht um Leben und Tod geht, so Merkel. Die CDU-Vorsitzende forderte dazu auf, das Leben in seiner allen seinen Formen anzunehmen. Gesunde dürfen sich nicht nur unter Gesunden bewegen, forderte die Politikerin: "Wir dürfen nicht über behinderte Menschen sprechen, als ob sie am Rand unserer Gesellschaft stünden."

Mit der Heilungsgeschichte aus dem Neuen Testament wies Merkel darauf hin, dass der Mensch schon immer versucht habe, "Leiden zu lindern". Es könne nicht sein, dass in der Gentechnik-Debatte grundsätzlich über die Ethik des Heilens diskutiert werde: "Doch die Grenze unseres Handelns ist dort, wo wir in das Leben eines anderen Menschen eingreifen", mahnte die CDU-Vorsitzende. Das Leben eines Menschen dürfe nicht zum Zweck werden.

Merkel betonte, dass das Verständnis von Leben und Tod sich über die Zeit verändert habe. Sie erinnerte an schwierige gesellschaftliche Diskussionen, die vor Jahren geführt wurden. Auch beim Organtransplantationsgesetz habe der Gesetzgeber in den schwierigen Bereich der Grenze zwischen Leben und Tod eingegriffen, so Merkel. Dabei habe man jenen Spielraum gelassen zwischen Hirntod und klinischen Tod, "der Leben retten kann". Nur vor dem klinischen Tod entnommene Organe können medizinisch noch genutzt werden können.

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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 16. Juni 2001.