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"Frauen gewinnen Schönheitspreise - Männer den Nobelpreis"

Gestalttherapeutin Ilse Seifert stellte die modernen Frauenbilder in Frage

"Frauen sind verdorben vom männlichen Blick." So lautet das Urteil der Gestalttherapeutin Ilse Seifert. Beim Workshop "Bye, bye Barbie: Frauenbilder und Körperwahrnehmung" der Frauenwerkstatt im überfüllten Titusforum sagte sie am Freitag, dass sich Frauen, nach wie vor in einem großen Zwiespalt befänden. Einerseits sei das Schönheitsideal nach wie vor das Leitbild für Frauen in der Gesellschaft. Zugleich aber würden Schönheit und Attraktivität abgewertet, weil in der abendländischen Kultur seit Sokrates der Geist mehr zähle als die Schönheit. "Frauen", so Seifert, "werden Miss World und haben damit keinerlei gesellschaftliche Macht. Männer aber gewinnen den Nobelpreis."

Der Weg aus diesem Dilemma liege vor allem im liebevollen und freundlichen Blick in den Spiegel. Frauen müssten lernen anzunehmen, was sie dort sehen, ihre Schwächen ebenso wie ihre Stärken. Von dieser Basis aus könnten Frauen sich schrittweise ändern und damit auch ihre Rolle in der Gesellschaft: Statt passiv abzuwarten, könnten sie dann lustvoll agieren. Ein gesteigertes Körperbewusstsein bringe auch ein größeres Selbstbewusstsein, sagte Seifert.

Doppelt so viele Frauen wie erwartet haben an den Workshops der Frauenwerkstatt teilgenommen. In "Bye, bye Barbie" ging es um den Zusammenhang von Körperbewusstsein und Selbstbewusstsein bei Frauen. "Auf den Spuren von Lilith" beschäftigte sich mit dem Selbst- und Körperbild essgestörter Frauen. "Wechseljahre - Veränderung von Selbstbild, Rolle und Körperempfinden" setzte sich dem Umstellungsprozess in den Wechseljahren auseinander.

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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 16. Juni 2001.