Das Team. Die Idee
Den ganzen Tag hat eine kleine Gruppe von Reporterinnen und Reportern Bibelarbeiten, Vorträge, den Markt der Möglichkeiten besucht.
Die Mitarbeiter

 

Donnerstag

Abendgebet zur Sache

Begrüßung

Hallo und ein herzliches Willkommen
hier beim Abendgebet zur Sache.

Wir laden Sie ein, gemeinsam mit uns nach diesem anstrengenden Tag zur Ruhe zu kommen, die vielen Eindrücke des Tages noch einmal vorbeiziehen zu lassen und vor Gott zur Sprache zu bringen.


Musik


Meditation Genesis 12
Barbara Gorgas

Bewegung.
Ich bewege mich.
Du bewegst Dich.
Wir werden bewegt.
Du bist bewegt.
Es bewegt mich.
Wir werden bewegen.

Beweg dich, Abraham, geh!
Es wird schon gut gehen.
Mit dem Segen im Gepäck kann doch nichts schief gehen.
Immer geradeaus. Lebenslauf.
Sarah kommt mit. Lauf der Welt.

Ein bewegter Mann.
Eine bewegend schöne Frau.
Sie bringen Geschichte in Gang.

Und dann:
Hungersnot.
Nichts geht mehr. Sackgasse. Stopp. Dumm gelaufen.
Was nützt der Segen im Gepäck, wenn jetzt das Ende droht?
Was nützen die verheißungsvollen Worte, wenn alles gelaufen ist?

Es wird schon weitergehen!
Alles halb so schlimm.
Wissen, worauf's ankommt. Nach vorn schauen.
Flexibel sein. Mobil. Und dynamisch.
Ein bisschen schwindeln?
Und wenn schon - auf wessen Kosten - egal.
Alles hat seinen Preis.

Lug und Trug auf Sarahs Kosten.
Bleibt der Segen auf der Strecke?

Pharao beschleunigt das Verfahren.
Geht doch! Um Himmels willen, geht!
Witz der Geschichte:
Pharao rettet den Segen.


Zwei gehen ihrer Wege.
Abraham und Sarah.

Ein Segen.

Ich bewege mich.
Du bewegst Dich.
Wir werden bewegt.
Du wirst bewegen.

Beweg dich - auf weitem Raum.


Musik


Information 1

Göteborg
Beim Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs kam es gestern Abend zu heftigen Krawallen. Die Demonstranten protestierten vor allem gegen die Klimapolitik von US-Präsident George Bush, der dem EU-Treffen beiwohnte. Ungeachtet der Krawalle setzten die Regierungschefs ein klares Signal für die Osterweiterung der Europäischen Union.

Messe, Bibelarbeit
Der verlorene Mensch im Land der Angst braucht immer einen Gott zum Rechthaben, einen Gott zum Richten, einen Gott zum Würgen. Theologie-Professor Eugen Drewermann fordert, damit müsse endlich Schluss sein. Unter Berufung auf Abraham könnten die Menschen ausziehen aus dem Land der Angst.

Messe, Halle 1
Bunt bemalte Schuhe bilden eine Spur quer durch die Halle. Wer den Schuhen folgt, landet an großen Ausstellungswänden. Dort informiert der Kirchentag über seine Umweltverträglichkeit. Ökologisch korrekt und vor allem nachhaltig will man sein - zur Bewahrung der Schöpfung.

Bühne am Römer, Bibelarbeit
Ein grünes und ein rotes Mikrofon benutzt Pfarrer Friedrich Schorlemer in seiner Bibelarbeit. Das rote steht für die Aussagen des Textes: Gott will segnen, aber Abraham muss sich bewegen. In Gottes großem Zuspruch stecken große Zumutungen.
Das grüne Mikrofon steht für die Assoziationen der Gegenwart: "Reformen ja, aber nicht bei mir. Risiko ja, aber versichert."

Saal Harmonie, Bibelarbeit
Pastor Eckhardt Minte verweist auf die gemeinsamen Wurzeln von Judentum, Christentum und Islam - und zugleich auf die wachsende fundamentalistische "Einäugigkeit" in allen Lagern. Er fasst zusammen mit einem Satz von Karl Josef Kuschel: "Von Abraham erzählen heißt sich zu erschrecken, wie weit die Kinder Abrahams das Erbe ihres gemeinsamen Stammvaters ruiniert haben."

Interview mit dem Bodyguard einer Ministerin: "Wie geht's Ihnen hier so - in einer Bibelarbeit?" Antwort: "Ooch, gut. Ist interessant. Doch, ja! Und ruhig."

Jetzt hat auch der Kirchentag seine eigene Börse. Sie heißt PaxAN, und ist nur ein Spiel. Bei den Aktien geht es nicht um Profit, sondern um das soziale Engagement der Konzerne. C&A geht zum Beispiel mit einer Initiative gegen Kinderarbeit auf das Kirchentagsparkett - und kann schon 20% Kursgewinn verzeichnen.
Außerdem geht es um die Jagd nach den MultiPaXX, die nicht gekauft werden können. Sie gibt es nur als Belohnung für ein Lied, eine Geschichte oder eine Hilfeleistung. Hin und wieder trifft man Menschen mit einem dicken Stapel dieser MultiPaXX. Das sind dann besonders hilfreiche und nette Mitmenschen.

Markt der Möglichkeiten
Im Marktbereich "In Freiheit bestehen" kreisen rote Papierflieger. Mit dieser "Flugpost" wirbt die Aktion "Hose zu und Finger weg - aktiv gegen Kinderprostitution". Die Bundesregierung soll in dieser Sache Post vom Kirchentag bekommen, damit sie sich für den Schutz von Kindern einsetzt, die zum Zweck der kommerziellen sexuellen Ausbeutung nach Deutschland verschleppt werden.

Palmengarten, Forum Flughafen
Nur 420 Besucher waren gekommen, um sich über die Situation der Flüchtlinge im so genannten Flughafenverfahren zu informieren. 80 Personen mehr wären nötig gewesen, um in einer Resolution die Abschaffung des unmenschlichen Verfahrens zu fordern. Flüchtlinge ohne gültigen Pass werden am Flughafen festgehalten. Die Bedingungen dort sind so traumatisierend, dass es immer wieder zu Selbstmorden kommt. Erst kürzlich nahm sich eine Marokkanerin im Flughafen das Leben.

Gebet

Gott, wir danken dir für den Segen, der allen Völkern gilt
und von Abraham und Sara auch zu uns gekommen ist.
Wie wunderbar sind deine Wege!
Wie reich sind wir gesegnet.

Und doch sehen und erleben wir auch das Gegenteil:
erniedrigtes und gequältes Leben.
Nicht weit von hier.

Gott hilf uns zu segnendem Handeln,
zur Solidarität mit diesen Menschen.

Stille

Musik

Information 2

Messe, Podiumsdiskussion Friedensethik nach dem Kosovo-Krieg
Unter dem Beifall des Publikums kritisiert Dieter Lutz, Leiter des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik, die deutsche Informationspolitik während des Kosovo-Konflikts. Es sei unverzichtbar für eine Demokratie, dass Interventionen wie die der NATO rechtsstaatlich nachvollziehbar seien. Es müsse die Gewissheit bestehen, dass es sich um berechtigte Nothilfe handelt.

Skopje
Die albanischen UCK-Rebellen haben die vereinbarte Waffenruhe in Mazedonien um zwölf Tage verlängert. Damit wollen sie die Bedingungen für einen Dialog schaffen, sagte ein Sprecher. NATO und EU hatten zuletzt den diplomatischen Druck auf die mazedonische Regierung und die UCK erhöht. So soll eine friedliche Lösung des Konflikts erreicht werden.

Messe, Internetcafé
Sie sieht aus wie ein Getränkeautomat, ist aber viel mehr: die Wish Machine. Für eine Mark erhält man ein kleines Päckchen. Inhalt: ein Bild und ein Fläschchen Duftöl. Zehn verschiedene Düfte gibt es. Sie stehen für zehn existenzielle Wünsche wie Hoffnung, Frieden, Gesundheit und Kommunikation. Außerdem kann man seine eigenen Wünsche im Internet veröffentlichen. Auf der Seite www.wishmachine.de finden sich nicht nur persönliche Wünsche, auch der gemeinsame Kirchentag 2003 in Berlin ist ein Thema. Ein Kirchentagsbesucher hofft, Zitat: "dass wir alle spätestens 2003 das Abendmahl gemeinsam feiern können."

Messe, Vortrag zum Thema "Was erwarten die Christen von sich selbst?"
Auch Fulbert Steffensky spricht unter anderem über das Streitthema Abendmahl: "Wir haben keine Zeit mehr, uns in theologischen Korrektheiten zu erschöpfen und uns das Brot zu verweigern." Es gebe keine Zugangsvoraussetzungen zum gemeinsamen Mahl, ruft er unter lang anhaltendem Beifall dem Publikum zu.

Gasthaus Ökumene
Trommelrhythmen und englische Gesänge, spontan angestimmt von den zahlreichen afrikanischen Gästen. Dazwischen Delikatessen aus vielen Ländern der Welt. An den zahlreichen Ständen stellen sich Initiativen und Projekte vor. Mittendrin: eine Rundreise durch Tansania zwischen Kilimandscharo und Kaffeebäumen - mit dem Fahrrad.

IHK, Brennpunkt Gemeinde
Pfarrer Klaus Neumeier aus Bad Vilbel nennt den traditionellen Gottesdienst einerseits einen "Schatz", andererseits ein "Problem". Kirchenferne Menschen fühlten sich fremd in dem, was die "Kerngemeinde" jeden Sonntag zelebriere.
Begeisterung komme da auf, wo die "Begeisterungskiller" Langeweile, Gesetzlichkeit, Mittelmaß und Angst beseitigt seien.

Frankfurter Innenstadt
"Massen von jungen Leuten in der Stadt, und alle sind freundlich und höflich" - die alte Dame hat mit der Kirche sonst "nichts am Hut", aber die Stimmung in der Stadt begeistert sie. Eigentlich wollte sie nur mal schauen. Doch dann hat sie sich einen ganzen Nachmittag und Abend ins Gewühl gestürzt.

Messe, Erzählzelt
Mitten im Fußgängerstrom zwischen Messeturm und Festhalle steht das Erzählzelt. Viel zu klein.
Erstaunlich ruhig ist es. Die Geschichte von Ruth, Naomie und Boar aus dem Alten Testament ist dran.
Fünf Kinder sind da - und dreißig Erwachsene. Auch ein Ort der Ruhe für die Besucher. Einer wacht erst auf, als der Applaus für die spannende Erzählung aufbraust.


Gebet

Du rettender und heilender Gott,
was für ein Schatz sind deine Befreiungsgeschichten.
Wir danken dir, dass wir sie immer wieder hören können.

Wir wollen deine Zeugen sein in der Welt,
und doch bleiben wir oft ängstlich unter uns.

Gott des Segens, befreie uns aus unserer Enge.

Stille

Musik


Information 3

Berlin
Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wird der Regierende Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen, nicht mehr als Spitzenkandidat der CDU antreten. Dies habe er bereits führenden Parteimitgliedern mitgeteilt, so die Zeitung. Mit einem Misstrauensvotum wollen SPD und Grüne Diepgen morgen stürzen. Wegen der miserablen Finanzsituation Berlins hatte die SPD in der vergangenen Woche die große Koalition mit der CDU beendet.

Festhalle, Podiumsdiskussion "Die Erotik des Geldes"
Auf einem riesigen Bild wird die Erotik sofort sichtbar. Dagobert Duck stürzt sich mit lustvoll erhobenem Entenschwanz ins erfrischende Geldbad. Lustvoll auch spielt Jochen Hörisch mit Worten. Er verlockt die "Gotteszocker" in der Festhalle zu einem Spiel. Sie sollen herausfinden, welches der drei Leitmedien der heutigen Zeit die größte Rolle spielt: das Abendmahl, das Geld oder die neuen elektronischen Medien. Nach vier Spielschritten unter zunehmendem Gelächter das Ergebnis: Das Geld liegt knapp vor dem Abendmahl.

Publikumsfrage an den erfolgreichen Vermögensberater Klaus-Dieter Trayser: "Wieso nennen Sie Ihr Unternehmen christlich?" Trayser nennt das Betriebsklima als Beispiel. Es sei in seiner Firma üblich, dass schwangeren Mitarbeiterinnen gratuliert werde, und das aus vollem Herzen. Mütter müssten nicht um ihre Karriere fürchten. Tele-Arbeitsplätze seien eine gute Möglichkeit, ihre Kenntnisse für die Firma zu erhalten.

An der Straßenbahn-Haltestelle vor der Messe stand ein goldenes Kalb. Es wurde heute vormittag im Protestzug durch das Bankenviertel mitgetragen. "Die Macht des Geldes durchkreuzen" war die Parole. Ein Protest gegen die Riesengewinne der Großbanken auf Kosten der armen Länder in Afrika, Lateinamerika und Asien.

Opernplatz
Familie Mascher aus Gießen erlebt den Kirchentag aus der Big-Brother-Perspektive. Sie kampiert als "Kirchentagsfamilie" auf dem Opernplatz in einem Wohnmobil. Die Kirchentagsfamilie will unter anderem testen, wie kinderfreundlich der Kirchentag ist. Auf diesem Gebiet sind die Maschers Experten - mit drei Kindern.

Frankfurt-Dornbusch
In der Franz-Boehm-Schule übernachten 300 Jugendliche. Trotzdem verschläft eine diensthabende Quartierbetreuerin ihren Frühstücksdienst - so ruhig ist es in der Schule. Die Betreuerin ist zum 10. Mal mit Jugendlichen beim Kirchentag - doch verpennt hatte sie noch nie.

Messe, Forum Frankfurt/Main - Frankfurt/Oder
"Die neue Welt mit ihren riesigen Chancen und gigantischen Anforderungen braucht ein menschliches Gesicht," fordert Heiner Geißler. Dazu gehöre, dass Menschen ihre Heimat behalten oder finden können. Ihnen sei keine kapitalistische Campinggesellschaft zuzumuten. Zur Heimat gehöre auch der Arbeitsplatz. Deshalb brauche es intelligente Lösungen in der Arbeitsmarktpolitik.

13 palästinensische Jugendliche sind wider Erwarten glücklich auf dem Kirchentag eingetroffen. Noch in der vergangenen Woche schien der Deutschlandbesuch der Jugendlichen aus Bet Jala im Westjordanland unmöglich: Israel wollte die Durchreise zum Flughafen nicht genehmigen. Doch der niedersächsische Ministerpräsident Sigmar Gabriel, Bundespräsident Johannes Rau und der israelische Außenminister Shimon Peres setzten sich für die Schülerinnen und Schüler ein. Die Ankunft der jungen Palästinenser löst im Internationalen Zentrum des Kirchentags wahre Begeisterungsstürme aus.


Gebet

Du bist ein Gott der Wunder
und brauchst Menschen,
die auf dein wunderbares Handeln vertrauen.

Wir danken dir, dass wir etwas davon
auch auf diesem Kirchentag erfahren.


Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.


Sendung/Segen

Der Segen des Gottes von Sarah und Abraham,
der Segen des Sohnes, von Maria geboren,
der Segen des Heiligen Geistes,
der über uns wacht wie eine Mutter über ihre Kinder,
sei mit euch allen.
Amen

Wir singen gleich aus dem Lied "Bewahre uns, Gott" die Strophen: 1 und 2.
Zuvor noch ein Hinweis: Unser Bild können Sie gern als Grußkarte mitnehmen. Wenden Sie sich nachher an die Mitglieder des Teams vom Abendgebet zur Sache hier vorn am Podium.


Gemeindelied

1. Bewahre uns Gott, behüte uns Gott, sei mit uns auf unsern Wegen.
Sei Quelle und Brot in Wüstennot, sei um uns mit deinem Segen.

2. Bewahre uns Gott, behüte uns Gott, sei mit uns in allem Leiden.
Voll Wärme und Licht im Angesicht, sei nahe in schweren Zeiten.

3. Bewahre uns Gott, behüte uns Gott, sei mit uns vor allem Bösen.
Sei Wille und Kraft, die Frieden schafft, sei in uns, uns zu erlösen.

4. Bewahre uns Gott, behüte uns Gott, sei mit uns durch deinen Segen.
Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, sei um uns auf unsern Wegen.



Freitag, 15. Juni 2000


Download: RTF, ToGO

 

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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 16. Juni 2001.